Im Niger ist der internationale Flughafen in der Hauptstadt
Niamey angegriffen worden. Dabei wurden laut Regierungsangaben 35 Menschen
getötet: zwei Zivilisten, elf Soldaten sowie 22 Angreifer. Vier Menschen seien
bei dem Angriff verletzt worden. Zudem gebe es 20 Festnahmen.
Die Lage sei unter Kontrolle, Regierungstruppen hätten den
Angriff abgewehrt, hieß es in einer im staatlichen Fernsehen verlesenen
Erklärung. Der Flugbetrieb wurde der zivilen Luftfahrtbehörde zufolge wieder
aufgenommen.
Ein Ableger der Terrororganisation »Islamischer
Staat«, die Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (JNIM), bekannte
sich zu dem Angriff. Sie sprach in einer kurzen Stellungnahme von einem
»Selbstmordanschlag« auf den Flughafen und eine nahegelegene
Armeebasis.
Stundenlange Gefechte
Zeugen zufolge waren am Morgen gegen 6
Uhr Ortszeit die ersten Explosionen zu hören. Stundenlang seien Schüsse zu hören gewesen, berichtete
ein Anwohner. Ein Flughafen-Vertreter sagte, die bewaffneten Angreifer seien
»mit dem Taxi« zum Eingang des Flughafens gekommen und an einem
Kontrollpunkt auf »heftigen Widerstand« gestoßen. Die Angreifer, von
denen laut Verteidigungsministerium einige auch Sprengstoffgürtel trugen, seien
in umliegende Stadtviertel geflohen, die nun von Sicherheitskräften durchkämmt
würden.
Bereits Ende Januar war ein Angriff auf den Flughafen und
einen angrenzenden Luftwaffenstützpunkt verübt worden. Die Gruppe Islamischer Staat in der Sahelzone (EIS), ein weiterer Ableger der Terrororganisation
»Islamischer Staat«, reklamierte die Tat für sich.
