
Mit der Jahreswende ist Schluss: Das von der Energieversorgung Offenbach (EVO) betriebene Pelletwerk wird aufgegeben und im nächsten Jahr abgebaut. Damit werden auf dem ehemaligen Clariant-Gelände fast vier Hektar frei – und geht es nach der Stadt, dann soll auf dieser Fläche ein Großunternehmen angesiedelt werden. Vermarkten wird das Areal das Stadtwerke-Tochterunternehmen Inno-Innovationscampus, und die Chancen stehen nach Einschätzung von Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Felix Schwenke gut: Eine so große, zusammenhängende Fläche im Kern des Rhein-Main-Gebiets sei selten, wird der Sozialdemokrat zitiert.
Das Gelände ist Teil des ehemaligen Clariant-Areals von 36 Hektar, das Offenbach 2019 erworben hat. Seit 2020 gehört die Fläche der INNO-Innovationscampus, einer für die Vermarktung gegründeten Tochtergesellschaft der Stadtwerke. Sie hatte das Gelände an die EVO für deren Pelletproduktion in Erbpacht bis 2044 vergeben, doch die soll nun aufgehoben werden. Denn die Pellets ließen sich nicht mehr wirtschaftlich produzieren, der Markt habe sich zu sehr verändert.
17 Mitarbeiter von Schließung betroffen
Die Kosten für Rohstoffe und Logistik seien gestiegen, dagegen sei der Absatz „dauerhaft schwierig“. Das Versorgungsunternehmen verweist in seiner Mitteilung auf die zunehmende Bedeutung von Wärmepumpen, dagegen biete die Pelletherstellung keine Perspektive mehr. Erfolglos habe man nach Möglichkeiten zum weiteren Betrieb der Anlage gesucht. Die Entscheidung zum Abbau trifft 17 Mitarbeiter, für sie sollen „sozialverträgliche Lösungen“ gefunden werden. Dazu gehörten die Prüfung interner Beschäftigungsmöglichkeiten in der EVO-Gruppe, verlässliche Übergangsregelungen und Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.
Laut Mitteilung ist die Entscheidung eine Chance für die Stadt: Deutlich früher als eigentlich geplant könne die Vermarktung beginnen, und die Chancen stünden gut, ein Unternehmen für das Gelände zu gewinnen. An den Plänen für den Innovationscampus werde sich nichts ändern. Nach Angaben der Stadtwerke geht die Erschließung weiter, bis zum Ende des nächsten Jahres sollen die Arbeiten erledigt sein.
