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Am Freitag soll Elon
Musks Raketenfirma SpaceX an die Börse
gehen, die KI-Anbieter Anthropic
und OpenAI
könnten bald nachziehen. Von diesen Megabörsengängen profitieren dürften nicht
nur die Firmenspitzen – Techmilliardär Musk zum Beispiel, der Billionär
werden könnte. Viel Geld verdienen werden wohl auch einige Mitarbeiter
von Anthropic und OpenAI. Die New York Times spekulierte
in dieser Woche bereits, dass die Börsengänge der KI-Unternehmen darum einen Immobilienboom
in Städten wie San Francisco auslösen könnten. Doch parallel dazu wird auch darüber nachgedacht, wie mehr Menschen in den USA vom KI-Boom profitieren könnten. Eine Idee: Staatsfonds, deren Erlöse direkt an US-Bürger fließen könnten. Schon seit
Längerem schwelen
Gerüchte, die US-Regierung könnte an OpenAI beteiligt werden. Ein
Fonds dürfte aber kaum ein Trost für all jene sein, die sich mit höheren
Mietpreisen konfrontiert sehen, weil ihr Nachbar Multimillionär geworden
ist.
Das müssen Sie wissen: Apple läutet seine KI-Aufholjagd ein
Gut Ding will Weile haben: So könnte man Apples KI-Strategie
wohl zusammenfassen. Wer den Neuankündigungen von
Apple lauscht, vergisst beinahe, dass wir inzwischen das Jahr 2026 schreiben, berichtet
mein Kollege Henrik Oerding, der diese Woche im kalifornischen Cupertino war.
Dort präsentierte der iPhone-Konzern während seiner jährlichen Entwicklerkonferenz
WWDC neue Software. Im Mittelpunkt stand dieses Jahr eine schlauere Siri, Apples
Sprachassistentin.
Eigentlich hatte Apple bereits vor zwei Jahren Siri AI angekündigt.
Musste dann aber verschieben. Das Debakel ging so weit, dass Apple seinen
KI-Chef austauschte.
Und selbst jetzt ist Apple auf die Unterstützung von Google und Nvidia
angewiesen, um konkurrenzfähige KI anbieten zu können. Gerade Googles KI-Modell
Gemini hat bei Apples Intelligenzzuwachs eine zentrale Rolle gespielt; im
Frühjahr hatten beide Firmen einen Deal abgeschlossen.
Berichten
zufolge soll Apple für die KI-Zusammenarbeit mit Google jährlich fast eine Milliarde
US-Dollar zahlen. Ob sich das rentiert? Darüber werden am Ende die Kunden
entscheiden. Einen ersten Hinweis auf die Stimmung unter Apple-Enthusiasten lieferte ein Blick auf das Publikum der WWDC-Keynote in diesem Jahr. Das bricht gewöhnlich gern in frenetischen Jubel aus, wenn Apple seine Neuerungen vorstellt. Am vergangenen Montag allerdings, berichtete Henrik, blieb es
auffallend still.
Darüber sollten Sie nachdenken: Anthropic veröffentlicht abgespeckte Variante von Claude Mythos
Es ist erst wenige Tage her, da forderte Anthropic eine Pause
bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Doch als wäre das nie passiert, hat
Anthropic jetzt sein neues Hochleistungsmodell Claude Fable 5
veröffentlicht.
Das soll eine abgeschwächte und extra abgesicherte Version von
Claude Mythos sein – eben jener Modellfamilie, die vor zwei Monaten Furore
machte. Der Grund für die Aufregung: Mythos soll laut Herstellerangaben beunruhigend gut darin sein, in kürzester Zeit Schwachstellen und Sicherheitslücken in Software und IT-Infrastruktur aufzuspüren. Anthropic hat Mythos deshalb bislang nur ausgewählten Unternehmen
zugänglich gemacht, darunter Apple, Amazon Web Services und Microsoft. Die
Ankündigung hatte im April auch etliche deutsche Behörden aufgeschreckt. In
dieser Woche reagierte die Bundesregierung und kündigte
die Gründung eines eigenen Sicherheitsinstituts für künstliche Intelligenz an,
das unter anderem KI-Risiken bewerten soll.
Anthropics Fable 5 soll vorerst mit zusätzlichen
Schutzmechanismen ausgestattet sein: Wer Fragen zu bestimmten
Risikobereichen stellt – etwa zu Cybersicherheit oder Biologie – wird
automatisch zu einem älteren KI-Modell, Opus 4.8, zurückgeleitet. Meine
Kollegin Eva Wolfangel hat Fable 5
schon ausprobiert. Und war, nun ja, nicht gerade begeistert: Bei jeder
dritten Anfrage wurde sie zurückgestuft auf Anthropics Vorgängermodell. Ob das neue Modell also wirklich so revolutionär gut sei wie versprochen, ließe
sich darum nicht wirklich testen, schreibt Eva. Weniger undurchsichtig ist
hingegen der Preis. Fable 5 ist doppelt
so teuer wie Opus 4.8.
Das können Sie ausprobieren: Meta AI
Eigentlich konzentrieren wir uns an dieser Stelle des Newsletters
auf echte Neuerungen rund um KI. Und Meta AI ist eigentlich nicht neu. Schon
im vergangenen Jahr hat der Facebook- und WhatsApp-Mutterkonzern diese KI-Funktion schrittweise eingeführt. Doch genau diese Information sollte man diese
Woche noch einmal hervorheben – wegen eines Kettenbriefes, der sich in den
vergangenen Tagen in WhatsApp-Gruppen verbreitet hat. Der sorgte für viel Unruhe – und enthält eine ganze
Reihe von Informationen, die so nicht stimmen.
In dem Brief heißt
es, die KI von Meta könne sämtliche Gruppenchats bei WhatsApp mitlesen und
persönliche Daten wie Telefonnummern einsehen. In der Nachricht wird behauptet,
das sei »ab Samstag« der Fall, denn da werde »KI in WhatsApp verfügbar«. Um den
Zugriff zu verhindern, müssten Gruppen-Admins die Option »erweiterter
Chat-Datenschutz« aktivieren.
Diese Nachricht ist mindestens irreführend. Meta-AI-Funktionen
gibt es bei WhatsApp, wie gesagt, schon länger. Vor allem aber gilt: Nachrichten,
die sich Nutzerinnen und Nutzer bei WhatsApp in Einzel- und Gruppenchats
schicken, sind standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Das bedeutet: Nur
Sender und Empfänger können sie lesen. Meta kann den Inhalt
der Nachrichten nicht einsehen, ebenso wenig wie die KI des Messenger-Mutterkonzerns.
Anders ist das nur bei Nachrichten, in denen sich Nutzerinnen
und Nutzer direkt an die KI wenden oder in denen sie @MetaAI erwähnen. Diese
Nachrichten kann Meta einsehen, erklärt das Unternehmen.
Die
Bundesdatenschutzbeauftragte rät
deshalb dazu, keine persönlichen Daten an Meta AI zu schicken. Auf ihrer
Internetseite heißt es aber auch: »Nach derzeitigem Kenntnisstand führt die
bloße Einführung von Meta AI in den Messengerdiensten zunächst nicht zu Verarbeitungen
personenbezogener Daten.« Erst wenn Nutzerinnen und Nutzer mit der Meta AI
interagierten, würden ihre Anfragen zum Zweck der Bearbeitung verarbeitet.
Das IT-Fachmagazin heise nutzt die Gelegenheit, ganz
generell zu kritisieren, in welchem Umfang WhatsApp Metadaten von Nutzern erhebt:
Telefonnummern, IP-Adressen, Standort und so weiter – auch ohne den Inhalt
einer Nachricht auszulesen, lässt sich vieles über Nutzerinnen und Nutzer in
Erfahrung bringen. Wer das unterbinden will, müsste allerdings schon den
Messenger wechseln. Denn: Der »erweiterte Chat-Datenschutz« blockiert einfach
nur den Export von Chatverläufen, verhindert das automatische Speichern von
Medien auf den Geräten der Teilnehmer – und die Nutzung von Meta-AI-Funktionen
im jeweiligen Chat.
