Die Bundesregierung hat nach Berichten über einen erheblichen Reparaturstau bei der Bundeswehr »Herausforderungen« eingeräumt. Die Erfüllung der Bündnisverpflichtungen sei jedoch nicht gefährdet. Das teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin mit. Die
»Einsatzbereitschaft der Großwaffensysteme« gehe »in die richtige
Richtung«, es gebe jedoch auch Bereiche »mit Herausforderungen«. Schwierigkeiten gebe es unter anderem durch Waffenlieferungen an die Ukraine und eine deutlich gestiegene Zahl an Militärübungen.
Zuvor hatten WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung unter Berufung auf einen internen Lagebericht eines Dienstleisters der Bundeswehr berichtet, viele Fahrzeuge und Waffensysteme der Bundeswehr
wegen fehlender Ersatzteile offenbar nicht einsatzbereit seien. Demnach kommt die Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Verteidigungsministeriums mit Sitz in Bonn, mit
kurzfristigen Reparaturanforderungen aus dem Ministerium nicht hinterher.
Interner Bericht legt chaotische Zustände nahe
Die HIL ist bundesweit für die Instandhaltung von landbasiertem
Kriegsgerät wie Panzern und Haubitzen zuständig.
In dem internen Bericht sei die Rede von
chaotischen Planungen des Ministeriums und einem akuten Mangel an
Ersatzteilen, heißt es in dem Medienbericht. Das führe dazu, dass mit
einer »Einschränkung der materiellen Einsatzbereitschaft wesentlicher
Waffensysteme« zu rechnen sei. Dadurch sei auch die Verteidigungsfähigkeit insgesamt gefährdet und auch Bündnisverpflichtungen seien möglicherweise für Deutschland nicht verlässlich einzuhalten.
Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit, die »Strukturen und Kapazitäten für
diesen Instandhaltungsaufwand« seien bei der HIL »grundsätzlich
vorhanden«. Man arbeite mit der HIL daran, »auch nach intensiven
Übungen die technische Einsatzbereitschaft schnell wieder zu
verbessern.«
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