Bei der Bundeswehr droht einem Bericht zufolge ein Reparaturstau die Einsatzfähigkeit wichtiger Waffensysteme einzuschränken. Das berichten WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf ein internes Dokument der bundeseigenen Heeresinstandsetzungslogistik (HIL), die für Reparaturen und Wartung von militärischen Systemen zuständig ist. Darin wird demnach insbesondere Kritik am Beschaffungsamt der Bundeswehr formuliert.
Wie aus den Medienberichten hervorgeht, wird in der Mitteilung eine zu niedrige Zahl an langfristigen Verträgen mit Industriepartnern gerügt. Diese führe dem Papier zufolge unter anderem dazu, dass nicht genug Ersatzteile eingekauft werden können und sich zum Beispiel eine hohe Menge an Panzerhaubitzen in Reparatur befinde. Man müsse mit der »Einschränkung der materiellen Einsatzbereitschaft wesentlicher Waffensysteme« rechnen, schreiben die Verfasser demnach.
In dem Schreiben teilen Verantwortliche der HIL den Berichten zufolge mit, dass nach umfassenden Übungen der Bundeswehr die Einsatzfähigkeit mancher Fahrzeugtypen auf unter ein Drittel sinke. Laut der eigenen Firmenhomepage soll das Unternehmen dabei mindestens 70 Prozent der betreuten Geräte ständig verfügbar halten, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt. Für die Recherche wurden auch Manager sowie Insider der Bundeswehr befragt.
Eine schriftliche Anfrage bei der Heeresinstandsetzungslogistik durch SZ, WDR und NDR zu dem internen Dokument ist den Berichten zufolge unbeantwortet geblieben. Wie der NDR und der WDR mitteilten, will das Verteidigungsministerium sich nach eigenen Angaben aus Geheimhaltungsgründen nicht zur Einsatzbereitschaft der Waffensysteme äußern. Man untersuche bereits, wie die Instandsetzung auch der vielen neuen militärischen Großgeräte bei der HIL sichergestellt werden kann, hieß es.
