Kuba hat die Aussetzung von Kartenzahlungen mit Visa und Mastercard angekündigt. Hintergrund sind Sanktionen der US-Regierung gegen Geschäftspartner des Inselstaats. Wie die kubanische Zentralbank mitteilte, stellt die ausländische Bank, die die Transaktionen beider Kreditkarten auf Kuba abwickelt, ihre Beziehungen mit dem staatlichen Finanzdienstleister Fincimex ein.
US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Mai neue Sanktionen gegen den kubanischen militärischen Wirtschaftskonzern Gaesa verhängt, zu dem auch Fincimex gehört. Auch ausländische Banken und Unternehmen, die nach dem 6. Juni weiterhin mit der Firmengruppe des Militärs zusammenarbeiten, sind von den Sanktionen betroffen.
Das entsprechende Dekret hat in den vergangenen Wochen zu einem Exodus ausländischer Unternehmen von der Insel geführt. Fluggesellschaften und Reedereien haben sich zurückgezogen. Vier Hotelketten aus Spanien, Kanada und Indonesien haben zudem angekündigt, sich aus dem Betrieb von Hotels zurückzuziehen, die sie gemeinsam mit dem Konzern verwalteten.
Ölembargo verschärft Wirtschaftskrise auf Kuba
Die kubanische Zentralbank sprach von einer »Erstickungsstrategie« der USA gegen das kubanische Volk. Devisenzahlungen sind auf Kuba demnach nur noch bar, mit nationalen Prepaid-Karten sowie Kreditkarten von Mir aus Russland und von UnionPay aus China möglich.
Seit Trump seine zweite Amtszeit angetreten hat, verschlechtert sich die seit Jahren angespannte Beziehung zwischen Kuba und den USA. Im Januar 2025 setzte der US-Präsident Kuba wieder auf die US-Terrorliste, kürzlich erhob die US-Regierung zudem Anklage gegen den ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete Kuba unlängst als Gefahr für die Sicherheit der USA.
Unter anderem wegen des Stopps venezolanischer Öllieferungen und US-Sanktionen steckt Kuba in einer schweren Wirtschaftskrise. Seinem Land drohe eine »humanitäre Katastrophe«, sagte der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla vor dem UN-Sicherheitsrat. Das marode Stromnetz und der Erdölmangel führen derzeit regelmäßig zu großflächigen Blackouts in Kuba.
