
Das „Gender Attractiveness Gap“ hat schon Charles Darwin beschäftigt: Warum gelten beim Menschen Frauen als das „schöne Geschlecht“, während im Tierreich oft die Männchen auffälligere Körpermerkmale zeigen? Die neue Studie zeigt, dass dieser Effekt nicht von Alter, Herkunft oder kulturellem Hintergrund der Probanden abhängt. Auffallend war, dass Frauen andere Frauen im Mittel deutlich anziehender finden als Männer, während männliche Gesichter von beiden Geschlechtern ähnlich – und insgesamt recht negativ – beurteilt werden. „Der Unterschied besteht also nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern auch innerhalb derselben Geschlechtsgruppe“, berichtet Eugen Wassiliwizky, Erstautor der Studie.
Um die Ursachen des Effekts zu verstehen, ermittelten die Wissenschaftler objektive Merkmale der Gesichter. Anhand der Maße und Proportionen bestimmten sie, wie feminin oder maskulin ein Gesicht wirkt. Solche Unterschiede erklären demnach einen Großteil der „Attraktivitätslücke“.
Dieses Phänomen verschwindet den Ergebnissen zufolge, wenn Menschen ihr Gesicht selbst bewerten sollen. Männer und Frauen unterscheiden sich demnach nicht bei der Bewertung der eigenen Schönheit. Weiter zeigten die Ergebnisse, dass Männer generell kritischer urteilten als Frauen. Dieser Effekt war allerdings schwach ausgeprägt und von der kulturellen Sozialisierung der Testpersonen abhängig.
