Klimaaktivisten protestieren vor dem Werk des Panzerbauers KNDS in Mülheim an der Ruhr. Der Zugang zu der früheren Friedrich-Wilhelms-Hütte sei blockiert und der Schichtwechsel verhindert worden, sagte eine Sprecherin des Aktionsbündnisses Ende Gelände in der Ruhrgebietsstadt und berichtete von 200 Menschen, die sich an der Aktion beteiligten. Die Nachtschicht sei ab kurz vor fünf zwar herausgelassen, die Frühschicht aber nicht mehr hineingelassen worden.
Die Polizei bestätigte eine unangemeldete Versammlung an dem Werk, sprach zunächst aber nur von mindestens 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Firmenzufahrt werde blockiert, sagte ein Polizeisprecher. Man sei mit Einsatzkräften vor Ort.
Die Protestierenden kommen teilweise aus dem Klimacamp in Hamm, wo gegen neue Gaskraftwerke protestiert wird. Antimilitarisierung und Klimagerechtigkeit gehörten zusammen, sagte die Ende-Gelände-Sprecherin. Stahl werde mit Unmengen von Kohle und Gas hergestellt – er sollte nicht für Panzer, sondern für Windräder oder Eisenbahn-Schienen genutzt werden. Die Aktivisten zeigten am Werktor ihren Worten zufolge Banner mit Aufschriften wie «Another World is possible» (eine andere Welt ist möglich). Man müsse raus aus der Kohle und raus aus dem Gas.
Proteste mit prominenter Unterstützung
Wenig später zogen Aktivistinnen und Aktivisten nach Auskunft der Ende-Gelände-Sprecherin zum Mülheimer Werk einer Firma, die Rohre für Pipelines herstellt. Mit weiteren 200 Menschen habe man Schienen blockiert, auf denen das Werk beliefert wird. Personengleise seien nicht betroffen. Laut Polizei waren dort zunächst etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Beim Klimacamp in Hamm war am Donnerstag auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg eingetroffen. Für Freitag hatte das Aktionsbündnis Ende Gelände groß anlegte Aktionen zivilen Ungehorsams angekündigt. Ob Thunberg daran teilnahm oder in Hamm beim eigentlichen Camp blieb, war zunächst unklar.
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