Die Weltwetterorganisation (WMO) erwartet für die nächsten fünf Jahre globale Temperaturen mit neuen Höchstwerten oder nur knapp darunter. Noch vor Ende des Jahrzehnts könnte der bisherige Höchstwert der globalen Durchschnittstemperatur von 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau überschritten werden, wie aus einem in Genf vorgestellten WMO-Bericht hervorgeht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der 2024 verzeichnete Höchstwert zwischen 2026 und 2030 überschritten wird, wird von den Forschern demnach mit 86 Prozent angegeben.
»Für Ende 2026 wird ein El Niño vorhergesagt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das folgende Jahr 2027 das nächste Rekordjahr wird«, sagte Leon Hermanson vom britischen Wetterdienst UK Met Office, einer der Hauptautoren des Berichts.
El Niño ist ein natürlich vorkommendes Klimaphänomen, das alle paar Jahre auftritt. Dabei erwärmt sich das Meer im Pazifik vor Südamerika, was zu überdurchschnittlichen Niederschlägen in Mittel- und Südamerika und Teilen Zentralafrikas sowie Dürren in Australien, Südostasien und im Süden Afrikas führt. Die direkten Auswirkungen auf Europa sind in der Regel begrenzt.
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Ist die Welt noch zu retten, Friederike Otto?
Zunahme von zwei Grad bis 2030 sehr unwahrscheinlich
Dem WMO-Bericht zufolge dürfte die bodennahe Lufttemperatur in diesem und den drei kommenden Jahren zwischen 1,3 und 1,9 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Temperatur in einem der Jahre wie auch schon 2024 über dem Wert von 1,5 Grad Zunahme liegt, wird mit 91 Prozent angegeben. Eine Zunahme von 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter ist im Weltklimavertrag von Paris als Höchstgrenze definiert, auf welche die Klimaerwärmung begrenzt werden soll.
Auch dass der Schnitt der gesamten Fünfjahresperiode von 2026 bis 2030 über der Schwelle von 1,5 Grad liegt, ist laut der Organisation gut möglich: Die Wahrscheinlichkeit hierfür schätzen die Forscher auf 75 Prozent. Dass es in einem der Jahre bis 2030 zu einer Zunahme von zwei Grad oder
mehr kommt, schließen die Forscher mit einer angegebenen
Wahrscheinlichkeit von einem Prozent nahezu aus. Das 1,5-Grad-Klimaziel von Paris gilt erst dann als endgültig gebrochen, wenn die Durchschnittstemperatur einer Periode von 20 Jahren darüber liegt.
Am Bericht der WMO waren 13 internationale Institute beteiligt, darunter auch der Deutsche Wetterdienst. Die mehrjährigen Prognosen der Organisation dienen unter anderem nationalen Wetterdiensten und Wasserbehörden zur Orientierung.
