Die Stimmung in der
deutschen Exportwirtschaft ist so schlecht wie seit über einem
Jahr nicht mehr. Der
Index der Exporterwartungen sank von minus 1,2 Punkten im April auf
minus 5,5 Punkte im Mai, wie das Münchner ifo-Institut mitteilte. »Trotz einer
Erholung des Exportgeschäfts im ersten Quartal bleiben die Aussichten
schwierig«, erläuterte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. »Die
geopolitische Unsicherheit ist weiterhin hoch.«
Einen Dämpfer musste im Mai etwa die Automobilindustrie
verkraften. »Nach vier sehr optimistischen Monaten werden nun
rückläufige Exporte erwartet«, erklärte das ifo-Institut. Auch
in der Metallindustrie dürften die Auslandsumsätze sinken.
Generell stünden die energieintensiven Branchen auf den
Weltmärkten unter Druck und rechneten mit Rückgängen ihres
Auslandsgeschäfts.
Die Elektrobranche blicke dagegen weiterhin
leicht optimistisch auf das Exportgeschäft, wenn auch weniger
ausgeprägt als im Vormonat. Auch die Möbelhersteller erwarten
den Angaben zufolge steigende Exporte.
Im ersten Quartal noch ein Plus von 3,3 Prozent
Der Außenhandel hatte der deutschen Wirtschaft im ersten
Quartal noch einen Schub verliehen. Insgesamt wurden von Januar
bis März 3,3 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert
als im Vorquartal. Zur positiven Entwicklung zu Jahresbeginn
trugen etwa die gestiegenen Exporte von chemischen und
pharmazeutischen Erzeugnissen sowie Metallen bei. Dadurch wuchs
das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 0,3 Prozent.
Der Bundesbank zufolge gehen vom Krieg im Nahen Osten auch
Effekte aus, die für manche Teile der Industrie und deren
Exporte stabilisierend wirkten. »So erhöhen Vorzieheffekte in
Erwartung von Knappheiten die Neuaufträge«, heißt es im
aktuellen Monatsbericht.
Auch profitierten deutsche Unternehmen
wohl davon, dass Konkurrenten in Asien durch die Schließung der
Straße von Hormus stärker von Engpässen bei Vorprodukten
betroffen seien. »Diese Effekte dürften allerdings nur
kurzfristig wirken«, betonte die Bundesbank.
