Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine Ausweitung der Angriffe auf die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon angekündigt.
Israel befinde sich in einem »Krieg mit der Hisbollah«, sagte Netanjahu in
einem Video auf Telegram. Ziel sei es, die Hisbollah zu »zerschlagen«. Die
Hisbollah greife Israel mit verschiedenen Arten von Drohnen an, sagte Netanjahu. Ein Spezialteam arbeite daran, dieses Problem zu lösen.
Nach Veröffentlichung des Videos teilten die israelischen
Streitkräfte mit, sie griffen Ziele der Hisbollah-Miliz in
der Bekaa-Ebene im Osten des Libanons an. Aus Sorge vor einer israelischen
Offensive flohen libanesischen Sicherheitskreisen zufolge zahlreiche Menschen
aus den südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut.
Die rechtsextremen Minister Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir hatten zuvor gefordert, die Bombardierungen Beiruts wiederaufzunehmen. Für jede Drohne aus dem Libanon
müssten zehn Gebäude in der libanesischen Hauptstadt fallen, sagte
Finanzminister Smotrich.
»Wir werden sie hart treffen«
Netanjahu bezeichnete die Mitglieder der Hisbollah-Miliz als Terroristen. »Aber wir nehmen den Fuß nicht vom Gas«, sagte
Netanjahu. »Im Gegenteil, ich habe gesagt, man solle noch stärker aufs Gas
drücken. Wir werden sie hart treffen.«
Israel und die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz liefern sich trotz einer am 16. April
vereinbarten Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon weiterhin Gefechte. Die libanesische Regierung ist keine aktive Kriegspartei und hat nur begrenzten Einfluss auf die Hisbollah. Seit Beginn der Feuerpause wurden Armeeangaben zufolge
mindestens elf Soldaten getötet. Im Libanon starben in diesem Zeitraum
nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 608 Menschen.
Der Iran macht einen Stopp der israelischen Angriffe im
Libanon zur Bedingung für ein Abkommen zur Beendigung Krieges mit den USA,
der auch von Israel geführt wird. Ein US-Regierungsvertreter warf der Hisbollah
vor, Aufforderungen zur Einstellung des
Beschusses auf Israel ignoriert zu haben.
Die Miliz versuche, die von den USA vermittelten Gespräche
zwischen Israel und dem Libanon zu torpedieren,
hieß es. Von Israel könne nicht erwartet werden,
Angriffe auf seine Streitkräfte und
Zivilisten passiv hinzunehmen.
