Greta Thunberg ist heute der Antichrist, meint Peter Thiel. Oder jedenfalls dient sie als Legionärin dem König der Dunkelheit. Ja, der Antichrist: Über ihn spricht Thiel in Vorträgen von San Francisco über Paris bis Rom. Immer wieder lässt der Milliardär und Unterstützer von Donald Trump und JD Vance diese Figur auftauchen, fügt ihr Facetten hinzu, will sie groß machen, bedrohlich und aktuell. Thiel hat die Figur nicht erfunden, der Antichrist hat eine lange Biografie.
Am Anfang stehen eigentlich nur die Warnungen Christi vor einem »falschen Christus«: Es sei damit zu rechnen, dass in Zeiten großer Not falsche Propheten und falsche Messiasse, griechisch: pseudóchristoi, auftreten, die Rettung aus den Drangsalen verheißen, wie es im Markusevangelium heißt. Die Warnung ist leicht zu verstehen: Trügerische Heilsversprechen und manipulativ vorgehende Heilpropaganda hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Sie zu durchschauen, darauf kommt es an. Das ist die »Unterscheidung der Geister« – um es in der Sprache der Kirche auszudrücken.
