
Die amerikanische Bank JP Morgan ist die größte Bank der Welt. Kein anderes Geldhaus ist an der Börse so wertvoll. Trotzdem hat die mächtige Bank lange gezögert, bis sie sich auf den deutschen Markt für Privatkunden gewagt hat. Denn der ist hart umkämpft. Die deutsche Wirtschaft mag sich in einer schwierigen Phase befinden, aber das Geld deutscher Sparer ist nach wie vor heiß begehrt. Davon zeugt die Vielzahl ausländischer Banken, die hierzulande mit günstigen Konditionen auf Kundenfang gehen.
Seit Mittwoch bietet JP Morgan nun unter dem Namen „Chase“ ein Tagesgeldkonto für deutsche Kunden an. Chase ist ein Namenszusatz, den die Bank trägt, seitdem sie sich im Jahr 2001 mit der Chase Manhattan Bank zusammenschloss. Gezögert haben die Amerikaner vor allem deswegen so lange, weil sie sich ein Scheitern in Deutschland nicht leisten können: JP Morgan hat einen Ruf zu verlieren, darum hat man den Markteintritt jahrelang minutiös geplant.
Deutschen Kunden kann gar nichts Besseres passieren, sie haben eben nicht die Qual, sondern das Glück der Wahl. Das zeigen allein schon die Konditionen des neuen „Chase“-Angebots: Mit vier Prozent Zinsen für die ersten vier Monate setzt sich die Bank an die Spitze der Vergleichstabellen. Danach soll ein Zinssatz von zwei Prozent gelten, der sich allerdings jederzeit ändern kann. Das ist eine echte Ansage an die Konkurrenz, die das nicht lange unbeantwortet ließ: Die Deutsche Bank konterte sogleich mit einer Offerte ihrer Tochtergesellschaft Norisbank. Diese bietet nun sogar für sechs Monate vier Prozent Zinsen, macht aber das Eröffnen eines Girokontos zu einer zusätzlichen Bedingung. All das zeigt: Wettbewerb wirkt, schafft Auswahl und macht den Kunden echte Freude.
