
Wolfgang Kubicki
Kann er die freien Demokraten retten? Wolfgang Kubicki selbst dürfte davon überzeugt sein. Klar ist aber auch: Der 74-Jährige, den die Liberalen auf ihrem Bundesparteitag am Wochenende zum neuen Parteichef küren, ist nur eine Übergangslösung in Zeiten höchster Not. Die Partei hat keinen Sitz im Bundestag, ist gerade aus den Landesparlamenten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg rausgeflogen, und im Herbst könnte Sachsen-Anhalt dran sein. Den Freidemokraten droht die Unsichtbarkeit auf der öffentlichen Bühne. Der polternde Kubicki soll das ändern. Es könnte gelingen. Schließlich hat der Mann einst zu Protokoll gegeben, am besten mit alten Kriegsfilmen zu entspannen. Vielleicht sollte er es zusätzlich mit Action à la Tom Cruise versuchen. Kubickis „Mission impossible“ hat nur drei Buchstaben: FDP.
Petra Scharner-Wolff
Wer ist die fröhlichste Vorstandsvorsitzende in Deutschland? Otto-Chefin Petra Scharner-Wolff hat gute Chancen auf diesen Titel, tritt sie vor Journalisten doch gerne mit einem Dauerlächeln auf. Ob es für ihr Unternehmen viel zu lachen gibt, zeigt sich am Donnerstag, wenn Scharner-Wolff und Finanzchefin Katy Roewer zur Bilanzpressekonferenz nach Hamburg einladen. Schon im Vorfeld verweist der 15 Milliarden Euro schwere Handelskonzern auf ein „anspruchsvolles Marktumfeld“. Fest steht: Otto hat sich vom einstigen Kataloggeschäft längst emanzipiert. Denn das würde heute keinem Anbieter mehr Freude bereiten.
Cavallino Rampante
Welchem Ferrari kann der langjährige Firmenchef Luca di Montezemolo gar nichts abgewinnen? Ausgerechnet dem neuesten, dem Modell Luce, das die Italiener am Pfingstmontag vorstellen. Dieser erstmals rein elektrische Sportwagen ist für Montezemolo ein Stilbruch. Denn zu einem echten Ferrari gehört für ihn die „Musik des Motors“. Und klar ist: Die Symphonie eines Elektromotors gestaltet sich sehr eintönig. Entsprechend findet die Luce-Präsentation in Rom ohne Ferrarilegende Montezemolo statt. Ohnehin ist eine wichtige Frage noch ungeklärt: Gibt Ferrari in der Elektroära der Pferdestärke den Laufpass und setzt nur noch auf das Kilowatt? Das wäre für einen Autohersteller, der das Cavallino Rampante im Logo trägt, „das sich aufbäumende Pferd“, mehr als traurig.
N.N.
Wer führt künftig den zweitgrößten Bierkonzern der Welt? Diese Frage ist wenige Tage vor dem Rücktritt des scheidenden Heineken-Chefs unbeantwortet. Und das, obwohl seit Januar bekannt ist, dass Dolf van den Brink am 31. Mai seinen Posten aufgibt. Der Schritt überraschte: Einerseits leidet Heineken unter rückläufigen Absätzen, andererseits war damals bereits eine neue Strategie angekündigt. Was jetzt? Heineken ist börsennotiert, allerdings dürfte Charlene de Carvalho-Heineken, der rund ein Viertel des Unternehmens gehört, im Hintergrund mitreden. Auch wenn man bislang weder von ihr noch von sonst jemandem aus der Familie etwas im Hinblick auf die Chefnachfolge gehört hat.
Charles Dow
Wo lag die erste Notierung des Dow-Jones-Index? Am 26. Mai 1896, also am Dienstag vor genau 130 Jahren, startete das traditionsreichste amerikanische Börsenbarometer mit 40,94 Punkten. Damals beinhaltete der Dow Jones Industrial zwölf Unternehmen, mit deren Namen heute kaum mehr jemand etwas anfangen kann – darunter die Distilling & Cattle Feeding Company. Hat Journalist und Erfinder Charles Dow seinerzeit auch nur entfernt geahnt, was einst mit seinem Namen verbunden sein und in welche Höhen sich der Index im 21. Jahrhundert schrauben würde? Wohl kaum. Heute wissen wir: Eine Vertausendfachung in gut einem Jahrhundert ist möglich. Macht für 2150 einen Dow von 50 Millionen. Notiert.
