Zu gerne, „Woche heute“, hätten wir sie geglaubt, Deine Titelstory „Harry & William – Endlich herrscht wieder Frieden – Versöhnung in den Bergen“. Du hast ja auch so ein hoffnungsfroh stimmendes Foto präsentiert: die beiden Brüder, strahlend übers ganze Gesicht, Harrys Hand auf Williams Schulter, dahinter blaue Berge und grüne Auen. Sogar Harrys Lockenpracht wuchert üppig wie früher. Wobei das natürlich schon etwas seltsam ist, ebenso wie die Tatsache, dass Harry Daunenjacke trägt und William nur T-Shirt, doch das könnte daran liegen, dass William britisches Schmuddelwetter gewohnt ist und Harry Kaliforniens Sonne.
Oder eben auch daran, dass Du, „Woche heute“, diese Fotomontage – oder, wie man es in Deiner Branche nennt, „Bildkomposition“ – ziemlich hingestümpert hast. Das Originalfoto von William, es war nicht schwer zu finden, zeigt ihn im vergangenen November beim Besuch eines Naturreservats in Rio de Janeiro, ohne Harry und auch – das wäre sonst auch unheimlich gewesen – ohne Harrys Hand auf der Schulter. Nix Berge, nix Versöhnung, nur die übliche Verhöhnung der Leserschaft.
Keine Friseurkosten für Scholz
Leider ganz in Wirklichkeit musste das Mitglied einer anderen royalen Familie kürzlich in die Klinik. „Als sie letzte Woche mit Blaulicht ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, ahnte niemand, wie schlimm es um Dänemarks Ex-Königin Margrethe steht. ,Es ist das Herz‘, wisperte das Volk. Und weinte bittere Tränen um das Leid seiner beliebten früheren Regentin“, schreibt „Echo der Frau“.
Wir finden es ja sehr rücksichtsvoll vom Volk, lediglich zu wispern, denn Margrethe braucht gewiss Ruhe. Inzwischen hat man sie aber nach Hause entlassen, also offenbar alles halb so wild. Das Volk dürfte jetzt süße Freudentränen weinen.

Unsere frühere Regentin findet sich diese Woche mal wieder auf einem Cover wieder, nämlich auf dem der „Aktuellen“, welche sich empört: „Angela Merkel – Warum kassiert ihr Friseur ein Vermögen?“ Fieserweise zeigt das Foto Merkel, als ihr der Wind just ins Gesicht und ihr Haar nach oben weht. Anlass der Zeile ist die Tatsache, dass der Altkanzlerin seit Juli 2024 Friseur- und Visagistenleistungen von mehr als 60.000 Euro finanziert wurden. Olaf Scholz hingegen, schreibt das Blatt, „verursachte seit seinem Amtsende im Mai 2025 keinerlei Kosten für Friseur- und Visagistenleistungen. Wie denn auch?“ Das, „Aktuelle“, ist natürlich kurzgedacht: Je weniger Frisur jemand hat, desto mehr Visage schließlich ist vorhanden, und auch die will nun mal gepflegt werden.
„Ich freue mich nun ein wenig, dass ich recht hatte“
Nicht schön finden wir, was „Aktuelle“-Leserin Ursula Brecht über das Beziehungs-Aus zwischen der Sängerin Michelle und ihrem 25 jüngeren Kollegen und Verlobten Eric Philippi schreibt: „Man soll ja nicht schadenfroh sein, aber ich habe mir wirklich gedacht, dass es bei ihr und Eric vorbei sein würde, und freue mich nun ein wenig, dass ich recht hatte.“ Dass es nicht nur ums Rechthaben, sondern auch um Moral geht, das sollten Sie, Frau Brecht, bei Ihrem Nachnamen doch eigentlich wissen.
Viel empathischer schreibt mit Lissi Aumeister eine andere „Aktuelle“-Leserin über ein anderes, frisch verheiratetes Paar: „Allgemein merkt man, wie gut Christine Neubauer ihr José Campos tut und dass der Chilene einer ist, der die Schauspielerin im schlimmsten Fall sogar pflegen würde.“ Auch so etwas will bei einer späten Ehe bedacht sein. Allerdings ist Neubauer 63 und Campos auch schon 60, da muss man abwarten, wer von beiden eines Tages den anderen pflegen wird.
Schaukeln bewahrt vor Stürzen
Dazu passt der abgeschlossene Roman „Für Liebe ist es nie zu spät“, den „Das neue Blatt“ diese Woche abdruckt und dessen Handlung es so zusammenfasst: „Bettina soll Kompressionsstrümpfe tragen und fühlt sich ziemlich alt. Doch eine Begegnung im Sanitätshaus verändert alles.“
Im Zeitalter der Longevity freilich ist niemand mehr alt, sondern höchstens langlebig. „8 Gewohnheiten, die Ihr Leben verlängern“ listet „Das neue Blatt“ mithilfe des Arztes Dietrich Grönemeyer auf, darunter: „Schaukeln bewahrt vor Stürzen“. Abgesehen von Stürzen von der Schaukel. Werden fortan, da ohnehin kaum Kinder zur Welt kommen, die Spielplätze von fitten Senioren übernommen? Frei von Konflikten dürfte dies nicht verlaufen: „Opa, darf ich endlich auch mal auf die Schaukel?“ – „Kommt nicht in Frage. Willst du, dass ich sterbe?“
Kindlich geblieben sind Sängerin Anita Hofmann und ihr Mann. Sie malten sich gern „mit dem Daumen gegenseitig ein Herz auf die Stirn“, lässt sie „Woche heute“ wissen: „Genau diese Momente zu zweit bleiben im Berufsalltag oft auf der Strecke.“ Zudem tupften sie sich „beim Kochen Senf auf die Nase oder schmeißen Spaghetti an die Wand, um zu sehen, ob sie al dente sind. Mit uns ist es immer witzig!“ Auch in unserem Berufsalltag bleiben solche Momente auf der Strecke, weshalb wir dem sauertöpfischen Kollegen aus dem Büro nebenan mit dem Daumen ein Herz auf die Stirn gemalt haben. Seine Laune hat das leider nicht verbessert. Wir probieren es nachher mal mit dem Senf.
