Chinesische Behörden haben nach einer Gasexplosion in einer Kohlemine in der nördlichen Provinz Shanxi die Zahl der Toten von 90 auf 82 korrigiert. »Chaotische Zustände« am Unfallort hätten zu den unzutreffenden Angaben geführt, sagte der Leiter der Kreisregierung von Qinyuan, Guo Xiaofang, staatlichen Medien. Rettungskräfte suchen unterdessen weiter nach zwei Vermissten.
Am Freitagabend war es in dem Bergwerk im Landkreis Qinyuan zu einer Gasexplosion gekommen, während der sich fast 250 Arbeiter unter Tage befunden hätten. Alle 128 Verletzten befinden sich den jüngsten Behördenangaben zufolge in stabilem Zustand.
Die genaue Ursache des Unglücks ist bisher unklar. Wie chinesische Staatsmedien berichten, wurden in einer ersten Untersuchung »schwerwiegende Gesetzesverstöße« des Minenbetreibers festgestellt. Um welche Verstöße es sich konkret handelt, ist bislang nicht bekannt. Mehrere Personen wurden den Angaben zufolge festgenommen.
Die Provinz Shanxi gilt als einer der Zentren der chinesischen Kohleindustrie. Obwohl China in den letzten Jahren verstärkt auf erneuerbare Energien setzt, deckt Kohle nach wie vor etwas mehr als die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs des Landes ab.
In der Vergangenheit kam es in China immer wieder zu schwerwiegenden Unfällen mit vielen Toten, auch wenn sich die Umsetzung der Sicherheitsstandards in den letzten Jahren verbessert hat. Das aktuelle Grubenunglück ist das verheerendste in China seit 2009, als bei einer Explosion in einer Kohlemine in der Provinz Heilongjiang nahe der russischen Grenze 108 Menschen getötet wurden.
