
In der Abendsonne wird es emotional. Die Berliner Sängerin Tiffany Aris, ihr Gitarrist und ihr Drummer stehen als erste Band auf der Hauptbühne, als am Donnerstagabend das Schlossgrabenfest in der Darmstädter Innenstadt beginnt. „Save me, save me“, bittet die Sängerin in ihrem Song, während sie über die breite Bühne auf dem Karolinenplatz marschiert.
Von einem „Hero“ singt sie, aber was sich die junge Frau von ihrem Helden wünscht, ist nicht zu verstehen, weil der Klang ziemlich übersteuert aus den riesigen Boxen über den gepflasterten Platz schallt. Doch auch so bringt die Musik das Publikum zum Schwingen, sogar die jungen Sanitäterinnen, die am Rand bereitstehen, fangen an zu tanzen.
Das Festival dauert noch bis Pfingstsonntag, jeden Abend wird auf drei Bühnen parallel gespielt. Mehr als 60 Bands treten auf, am Samstag Zartmann und am Sonntag Ikkimel. Als am ersten Abend die Dämmerung kommt, wird es vor der Hauptbühne voll. Star des Tages ist Alphaville. Zuerst kommen vier schwarz gekleidete Musiker und zwei Tänzerinnen auf die Bühne, als Letzter erscheint Sänger Marian Gold, und die Show beginnt.
Viele im Publikum sind schon so lange auf der Welt, dass sie wohl als Teenager in den Achtzigerjahren mit den ersten Songs von Alphaville aufgewachsen sind. Doch auch junge Leute, die vielleicht zwanzig Jahre nach den ersten Aufnahmen geboren sind, wiegen sich zu den Rhythmen. Bis zum zweiten Song müssen die Fans warten, um den ersten großen Hit der Band zu hören. Schon an den ersten, unverkennbaren perlenden Tönen des Synthesizers erkennen sie „Big in Japan“.
