Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 206.600 Wohnungen gebaut worden. Niedriger war die Zahl der fertiggestellten Wohnungen zuletzt im Jahr 2012 mit 200.500, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) sprach von »schlechten Zahlen«. Der Rheinischen Post sagte sie, diese seien das Resultat der vergangenen Krisenjahre. »Rund 206.000 gebaute Wohnungen im letzten Jahr sind zu wenig«, sagte Hubertz: »Das ist die ehrliche Botschaft an alle, die heute eine Wohnung suchen.« Hoffnung mache jedoch der deutliche Anstieg der Baugenehmigungen. Zudem würden Rekordmittel in den sozialen Wohnungsbau investiert.
Höchstwert lag bei mehr als 300.000 Wohnungen
Im Vergleich zu 2024 ging die Zahl im vergangenen Jahr nach Angaben des Bundesamtes um 18 Prozent zurück. Damit sank sie bereits das zweite Jahr in Folge deutlich: 2024 hatte es einen Rückgang von 14,4 Prozent gegeben, nachdem die Fertigstellungen in den Jahren 2021 bis 2023 bei jeweils rund 294.000 gelegen hatten. Zuvor war die Zahl neuer Wohnungen von ihrem Tiefststand im Jahr 2009 mit 159.000 Wohnungen auf den Höchstwert von 306.400 im Jahr 2020 gestiegen.
Besonders deutlich gingen 2025 laut den Bundesstatistikern die Bauvorhaben von Privatpersonen zurück, um fast 24 Prozent. Die durchschnittliche Dauer von der Erteilung der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung verlängerte sich im vergangenen Jahr auf 27 Monate. 2020 hatte der Wert noch bei 20 Monaten gelegen.
Abwärtstrend könnte sich fortsetzen
Experten gehen davon aus, dass sich der Abwärtstrend bei fertiggestellten Wohnungen auch in diesem Jahr fortsetzen wird. Das Münchner Ifo-Institut rechnet mit lediglich 185.000 Fertigstellungen. Als Gründe nannte das Institut Inflation, sinkende Reallöhne sowie steigende Materialkosten und Zinsen.
Zudem bleibe Bauen »zu aufwändig, teuer, reguliert und langwierig«, sagte Ifo-Experte Ludwig Dorffmeister. Die vielen politischen Initiativen wie der Bau-Turbo führten nicht zu einem flächendeckenden Durchbruch. Dies liege unter anderem an hohen städtebaulichen Anforderungen, fehlendem Bauland, stark gestiegenen Preisen, sowie an langwierigen Planungs- und Verwaltungsprozessen.
Das Barometer für das Geschäftsklima in der deutschen Wohnungsbaubranche hatte sich zuletzt deutlich verschlechtert. Im April fiel es laut Ifo-Institut von minus 19,3 Punkten im Vormonat auf minus 28,4 Zähler. Das sei der stärkste Rückgang seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor vier Jahren.
