
Jahrelang ist der Bestand an Sozialwohnungen in Frankfurt gesunken. Doch nun ist es nach Angaben der Stadt gelungen, den Trend umzukehren. Erstmals seit 20 Jahren gebe es im Jahresvergleich wieder mehr Sozialwohnungen. Wie das Planungsdezernat mitteilt, konnte sich die Stadt durch den Neubau sowie den Erwerb von Belegrechten 877 zusätzliche geförderte Wohnungen sichern. Der Wert gliedert sich auf in 638 klassische Sozialwohnungen und 239 geförderte Wohnungen für Bezieher mittlerer Einkommen. In der Folge sei der Bestand auf knapp 31.000 Wohnungen gewachsen.
Der größte Teil sind klassische Sozialwohnungen für Menschen mit besonders geringem Einkommen: Für sie stehen derzeit 25.972 Wohnungen zur Verfügung. Hinzu kommen 4867 Wohnungen für Menschen mit mittlerem Einkommen. Außerdem wurde mit der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG und der Nassauischen Heimstätte vereinbart, dass die Stadt bei 2294 frei finanzierten Wohnungen nach und nach das Belegungsrecht erwerben kann, sobald ein Mieterwechsel stattfindet.
Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) hält den Erhalt und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für eine „sozial- und wirtschaftspolitische Daueraufgabe“. Rund zwei Drittel der Frankfurter Bevölkerung seien berechtigt, eine geförderte Wohnung zu beziehen. Da in den nächsten zehn Jahren mehr als 25 Prozent der Arbeitskräfte in Rente gingen und die Stadt neue Fachkräfte gewinnen müsse, brauche Frankfurt dringend mehr bezahlbaren Wohnraum. „Es freut mich, dass wir den Bestand an geförderten Wohnungen in Frankfurt deutlich ausbauen konnten. Um hier erfolgreich zu bleiben, müssen wir den eingeschlagenen Weg konsequent weiterbeschreiten.“
Die Stadt Frankfurt habe in den vergangenen Jahren viel getan, um den Bau und die Sicherung von geförderten Wohnungen voranzubringen. Der Baulandbeschluss regelt, dass in Neubaugebieten zu mindestens 30 Prozent geförderter Wohnraum entsteht. Durch den Erwerb von Belegrechten werden in bestehenden Quartieren geförderte Wohnungen gesichert.
Neue geförderte Wohnungen sind in den vergangenen Jahren insbesondere im Schönhofviertel, an der Sandelmühle und im Rebstock entstanden. Derzeit arbeitet die Stadt Frankfurt am Bau weiterer geförderter Wohnungen. Größere Quartiersentwicklungen sind im Hilgenfeld, auf dem Lurgi-Areal, in den Hellerhöfen, am Römerhof, im Gutleutviertel, im Lyoner Quartier und im neuen Stadtteil im Nordwesten geplant.
