Nach der Aufnahme eines Ebolapatienten in der Berliner Charité sollen auch die Familienangehörigen des US-Amerikaners dorthin gebracht werden. Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, sollen seine Ehefrau und vier Kinder ebenfalls in die Sonderisolierstation des Universitätsklinikums kommen. Hintergrund ist ein entsprechendes Hilfeersuchen der US-Behörden.
Die vier Familienmitglieder hielten sich wie der zuvor eingelieferte US-Bürger in der Demokratischen Republik Kongo auf. Der infizierte US-Amerikaner war bereits am frühen Morgen in der geschützten Isolierstation der Charité aufgenommen worden. Dort ist seine Versorgung mittlerweile angelaufen.
Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte am Montag mitgeteilt, ein US-Bürger habe sich bei »seiner Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo« mit Ebola infiziert. Der als Arzt arbeitende US-Bürger habe im Laufe des Wochenendes Symptome entwickelt und sei am Sonntagabend positiv auf das Virus getestet worden.
Trump wollte Patienten laut Bericht nicht einreisen lassen, USA danken Merz
Unterdessen dankte die US-Regierung Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für die Aufnahme und Behandlung der an Ebola erkrankten US-Bürger in Deutschland. Außenminister Marco Rubio teilte auf X mit, man danke Merz und den deutschen Partnern für die rasche Unterstützung bei der medizinischen Versorgung von Amerikanern, die von dem Ebolaausbruch betroffen seien. Zugleich unterstrich er die Wertschätzung für die enge Zusammenarbeit.
Die US-Regierung soll allerdings zuvor die Aufnahme des Patienten verweigert haben. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf fünf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine davon sagte der Zeitung über den infizierten US-Bürger, dass »der Präsident und seine Leute ihn nicht in den USA haben will.« Ein Sprecher der Regierung stritt dies ab. Offiziell wurde die Verlegung des Patienten nach Deutschland mit der räumlichen Nähe zum Kongo und der Versorgungsqualität begründet.
WHO und Diakonie warnen vor Ausbreitung
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte wegen der Epidemie eine »gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite« ausgerufen. Das ist die zweithöchste Alarmstufe der Organisation. Im Kongo gibt es laut WHO inzwischen fast 600 Verdachtsfälle, darunter auch 139 Todesfälle. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus zeigte sich »zutiefst besorgt« über das »Ausmaß und die Geschwindigkeit« der Ebolaausbreitung.
Neben der Weltgesundheitsorganisation warnt auch die Diakonie Katastrophenhilfe vor einer weiteren Ausbreitung der Epidemie. Die Organisation plant deshalb Präventionsmaßnahmen und Infektionskontrollen in Gemeinden und Gesundheitseinrichtungen in den betroffenen Ländern. Zudem soll die Bevölkerung über Risiken durch den tödlichen Virus aufgeklärt werden.
Redaktionshinweis: Das Bundesgesundheitsministerium hat seine Angaben zur Zahl der Kinder korrigiert. Zunächst war von der Ehefrau und drei Kindern die Rede gewesen.
