Die zwei mutmaßlichen Spione, die für China tätig gewesen sein sollen, sind nach ihrer Festnahme in München in Untersuchungshaft. Wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft mitteilte, eröffnete ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs dem deutschen Ehepaar in Karlsruhe die Haftbefehle und ordnete deren Vollzug an.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sollen die beiden Beschuldigten im Auftrag eines chinesischen Nachrichtendienstes gehandelt haben. Ihnen wird der Versuch vorgeworfen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu Hochtechnologien zu beschaffen, die auch militärisch eingesetzt werden könnten. Zu diesem Zweck sollen sie Verbindungen zu Forschenden an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen geknüpft haben, darunter auch Professoren aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Informatik und Künstliche Intelligenz.
Die Bundesanwaltschaft hatte das Ehepaar am Mittwochvormittag festnehmen lassen. Zeitgleich wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mögliche Kontaktpersonen überprüft. Die Maßnahmen richteten sich gegen Wissenschaftler, die nach bisherigen Erkenntnissen Kontakt zu dem Ehepaar gehabt haben sollen, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Für die Ermittler kommen diese Personen bislang als Zeugen infrage und gelten nicht als Beschuldigte. Nach aktuellem Stand sind acht Hochschulen von den Maßnahmen betroffen.
