Vielleicht liegt es daran, dass ich schon als Kind auf dem Dorf mein eigenes Beet bewirtschaften durfte: Im
Frühjahr packt mich regelmäßig die Lust am Gärtnern. 2020 gehörte ich
dann konsequenterweise auch zu jener wachsenden Gruppe, die jedes freie
Fleckchen auf dem Balkon mit Gemüse bepflanzte. Radieschen waren schon
damals für mich das ideale Einstiegsgemüse: Sie sind herrlich
unempfindlich gegenüber kühlen Temperaturen und können oft schon nach
vier Wochen geerntet werden. Mein Übereifer führte allerdings zu einer
regelrechten Schwemme. Wenn man die dritte Woche in Folge Radieschenbrot isst,
fragt man sich unweigerlich: Was tun mit der restlichen Ernte? Die
Antwort ist so simpel wie überraschend: Ab in den Ofen damit! Geröstete
Radieschen verlieren ihre scharfe, fast schon aggressive Senfnote und entwickeln stattdessen eine milde, nahezu nussige Süße, die in der Textur ein wenig an junge Speiserüben erinnert. Ich serviere die warmen Radieschen auf einer seidig aufgeschlagenen Fetacreme, dazu gibt es ein grünes Koriander-Chutney für den Extrakick. Eine geniale Frühlingsmischung – vielleicht ja aus dem eigenen Garten.