Das US-Justizministerium bereitet nach übereinstimmenden Medienberichten eine Anklage gegen den
ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro vor. Der Schritt steht im Zusammenhang mit dem Abschuss von zwei zivilen US-Flugzeugen im Jahr 1996. Damals hatte die kubanische Luftwaffe zwei Maschinen der Hilfsorganisation Brothers to the Rescue abgeschossen. Die Organisation half damals vor allem kubanischen Bootsflüchtlingen, sie war ein Zusammenschluss aus Exilkubanern und Gegnern des damaligen kubanischen Präsidenten Fidel Castro, dem Bruder von Raúl. Später warf die Organisation auch Anti-Castro Flugblätter über Kuba ab, was die kubanische Führung damals verurteilte, weil sie ihren Luftraum verletzt sah.
Bei dem Abschuss wurden vier Menschen getötet, es gab eine internationale Ermittlung und eine UN-Resolution, in der Kuba aufgefordert wurde, die Regeln der internationalen Luftfahrt einzuhalten. Der damalige US-Präsident Bill Clinton verurteilte den Abschuss damals mit deutlichen Worten. Kubas Regime verteidigte die Aktion mit der Begründung, dass die US-Flugzeuge kubanischen Luftraum verletzt hätten.
Raúl Castro war zu dem Zeitpunkt Verteidigungsminister und hatte damit den Oberbefehl über die Luftwaffe und die MiG-Kampfjets, die den Abschuss ausführten. 2006 übernahm er dann das Präsidentenamt von seinem kränkelnden Bruder Fidel Castro.
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