Ich war im Auto unterwegs Richtung Los Angeles, immer parallel zur Pazifikküste, die Sonne war schon untergegangen. Bei San Clemente begann das Lichtermeer der Stadt – und hörte bis Venice Beach, in der Mitte der Stadt, nicht mehr auf. Als ich ankam, hatte ich 100 Kilometer vom Rand der Stadtlandschaft bis in ihr Zentrum zurückgelegt. Ohne dass ich eine Struktur hätte erkennen können. Und bei Tageslicht betrachtet sah L. A. auch nicht besser aus.
In den vergangenen 100 Jahren sind überall auf der Welt solche gestaltlosen Stadtlandschaften entstanden: Los Angeles in den USA, Lagos in Nigeria, Nairobi in Kenia, Manila auf den Philippinen. Sie sind einfach gewuchert, ohne Plan, ohne Verstand. Für ihre Bewohner ist der Alltag oft eine Zumutung.
