Erneut ist in einem Brandenburger Geflügelbestand die Newcastle-Krankheit nachgewiesen worden. Es handele sich um einen Betrieb in Spreenhagen, sagte eine Sprecherin des Landkreises Oder-Spree. «Betroffen ist ein Bestand von rund 75.000 Masthähnchen, die in insgesamt fünf Ställen gehalten werden.» Die Tiere wurden von den zuständigen Behörden getötet.
In dem Ort hatte es bereits vorher einen Ausbruch der Krankheit gegeben. Zuletzt wurden immer wieder Fälle der Krankheit in Brandenburger Landkreisen bekannt. Die Krankheit wird den Angaben zufolge etwa über die Luft, kontaminierte Materialien oder über Anhaftungen an Schuhwerk, Kleidung oder Maschinen übertragen.
Für Menschen ist die Newcastle-Krankheit, die wegen ähnlicher Symptome auch «atypische Geflügelpest» genannt wird, in der Regel ungefährlich. Bei sehr engem Kontakt mit erkrankten Tieren kann es zu Bindehautentzündungen kommen. Fast alle Vogelarten können infiziert werden. In Deutschland wird das Virus vor allem bei wildlebenden Tauben nachgewiesen.
Ministerin hofft auf Beruhigung der Lage
Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt (SPD) äußerte zuletzt die Hoffnung auf eine Beruhigung der Infektionslage. «Wir hoffen, dass wir jetzt so langsam in ein ruhiges Fahrwasser kommen, dass sich die Infektionswelle auch nicht in Richtung Gesamtdeutschland ausweitet», sagte sie zuletzt. Die für Geflügel hoch ansteckende Tierseuche ist in Brandenburg und Bayern ausgebrochen. Millionen Tiere mussten seit Februar getötet werden.
Die Tierseuche brach im Februar erstmals seit 30 Jahren wieder in Brandenburg aus – trotz der in Deutschland geltenden Impfpflicht. Auch in Polen und Tschechien trat die Newcastle-Krankheit vermehrt auf. Die in Brandenburg nachgewiesenen Viren gehören laut Ministerium zu einem Genotyp, der insbesondere in diesen osteuropäischen Ländern zirkuliert.
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