
Schalke 04 darf im Saisonendspurt dank einer beeindruckenden Moral mehr denn je von einer Rückkehr in die Fußball-Bundesliga träumen. Die Mannschaft von Trainer Miron Muslic gewann das Topspiel der 2. Liga bei der SV Elversberg trotz langer Unterzahl mit 2:1 (1:1) und festigte ihren Platz an der Tabellenspitze. Fünf Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang fünf Punkte.
Luca Schnellbacher (4.) hatte den Relegationsteilnehmer des vergangenen Jahres früh in Führung gebracht, Soufiane El-Faouzi (28.) glich für Schalke per Fallrückzieher aus. Nach einer bitteren Gelb-Roten Karte für Moussa Ndiaye (51.) drehte Moussa Sylla (56.) für zehn Schalker die Partie komplett. Elversberg musste durch die Niederlage Hannover 96 vorbeiziehen lassen und fiel auf den vierten Rang zurück.
Auf Schalke waren sie sich vor dem Gipfeltreffen durchaus bewusst, was im Saisonendspurt auf dem Spiel steht. „Wenn wir’s jetzt nicht schaffen, dann fürchte ich, dass Schalke erst einmal nicht mehr in die Bundesliga zurückkehrt“, sagte Trainerikone Huub Stevens. In Elversberg musste Muslic umbauen, neben dem verletzten Torjäger Edin Dzeko fehlte unter anderem auch Kenan Karaman gesperrt.
Der SC Paderborn hat derweil die kleine Erfolgsserie des abstiegsbedrohten 1. FC Magdeburg beendet und Platz zwei verteidigt. Die Ostwestfalen siegten dank Vierfach-Torschütze Filip Bilbija (19. Minute/29./45.+3/78.) mit 4:3 (3:2) und sind weiterhin erster Verfolger des FC Schalke 04. Magdeburg, das zuvor dreimal nacheinander nicht verloren hatte, war durch Lubambo Musonda (25.), Mateusz Zukowski (38.) und Laurin Ulrich (59.) dreimal zum Ausgleich gekommen.
Allein die erste Halbzeit bot ein Tor-Spektakel. Nach kurzer Abtastphase eröffnete Paderborn nach einem Standard. Bilbija behielt nach einem Freistoß den Überblick und reagierte mit seinem Abschluss im Strafraum am schnellsten. Nur sechs Minuten später konterte der FCM, Zukowski bediente Musonda und der schoss gegen die Laufrichtung von SCP-Torwart Dennis Seimen.
Nur vier Minuten später nutzte Paderborn die nächste Standardsituation. Calvin Brackelmann köpfte nach einer Ecke in Richtung Magdeburger Tor, Bilbija hielt noch den Fuß dazwischen und traf erneut. Nach einem Fehlpass von Tjark Scheller war Magdeburgs Torjäger Zukowski zur Stelle und erzielte sein 16. Saisontor. Noch in der Nachspielzeit traf Bilbija mit einem Kopfball ins lange Eck, diesmal nicht nach einem Standard.
Nach dem Wechsel ging es genauso unterhaltsam weiter. Diesmal war es Ulrich, der im Paderborner Strafraum nicht die Orientierung verlor und den erneuten Ausgleich erzielte. Es dauerte lange, ehe Paderborn zurückschlug – doch Bilbija tat es. Diesmal traf der 25-Jährige per Distanzschuss und Magdeburg lief die Zeit davon.
Der VfL Bochum hat unterdessen die sportlichen Rückschläge der vergangenen Wochen abgeschüttelt und einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt geschafft. Das Team von Trainer Uwe Rösler setzte sich am Sonntag mit 4:1 (2:0) gegen den direkten Konkurrenten Eintracht Braunschweig durch – und machte damit auch Edelfan Herbert Grönemeyer ein passendes Geschenk zum 70. Geburtstag.
Die Niedersachsen rutschten im engen Abstiegskampf mit nun sechs Punkten Rückstand auf Bochum auf den Relegationsplatz 16 ab. Gerrit Holtmann (13.) und Koji Miyoshi (45.+5) brachten den zuletzt zweimal geschlagenen VfL in der ersten Hälfte auf Kurs. Farid Alfa-Ruprecht erhöhte für die Westfalen (68.). Das Tor von Lino Tempelmann (84.) kam zu spät. Philipp Hofmann machte per Foulelfmeter (90.+5) schließlich alles klar.
